EVP-Grossrat Ruedi Löffels Blog

Archive for November 2012

Alkohol aus Sportstadien verbannen!?

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Alkohol wirkt bei vielen Menschen aggressions- und gewaltfördernd. Bei Gewalttaten und Sachbeschädigungen spielt die legale Droge Alkohol oft eine wesentliche Rolle. Aus diesem Grund sind in Brasilien die Fussballstadien seit bald 10 Jahren alkoholfrei.

Sind die Stadien in Brasilien nun halb leer? Ist die Fussballbegeisterung am Zuckerhut deswegen abgeflaut? Oder hat gar der Samba-Fussball unter dieser präventiven Einschränkung gelitten? Nichts von alldem ist eingetroffen. Im Gegenteil: Brasilien ist „fussballverrückt“ wie eh und je – Freude, Emotionen und Leidenschaft sind geblieben!

Auch England hat im Rahmen der Aktion „Zero Tolerance“ den Alkohol aus den Fussballstadien verbannt. Sogar die Züge und Busse, welche die Fans ins Stadion bringen, sind alkoholfrei. Dank dieser und weiteren Massnahmen finden heute viele Spiele der englischen Profiklubs ohne Polizeipräsenz statt.

Ganz anders in der Schweiz: Die Kosten für die Polizeieinsätze im Zusammenhang mit Eishockey- und Fussballspielen sind in den letzten Jahren massiv gestiegen. Die Sicherheitskräfte sehen sich immer wieder mit gewaltbereiten, oft alkoholisierten „Sportfans“ konfrontiert. Aus diesem Grund möchten die kantonalen Polizeidirektoren den Konsum von Alkohol in den Fussball- und Eishockeystadien begrenzen oder ganz verbieten. Dies als eine von mehreren Massnahmen im Kampf gegen den Hooliganismus. Aus meiner Sicht wäre dies ein sinnvoller, ja sogar notwendiger Schritt.

Die Erfahrungen in Brasilien und England, aber auch bei Spielen des Europäischen Fussballverbandes UEFA zeigen, dass ein tiefer Alkoholpegel zu einem Rückgang von gewalttätigen Ausschreitungen führt.

Sport entfacht starke Emotionen. Begeisterung, Freudentaumel, Glücksgefühle auf der einen und Frustration, Wut, Ärger, Enttäuschung auf der anderen Seite treffen sich im Stadion auf engstem Raum. Ein klarer Kopf hemmt in dieser Situation die Gewaltbereitschaft, verhindert Sachbeschädigungen und trägt dazu bei, dass der Sport seinen Stellenwert als die schönste Nebensache der Welt behält.

Erschienen am 2. Nov. 2012 als „Carte Blanche“ im Bieler Tagblatt

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Written by Ruedi Löffel

12. November 2012 at 16:18

Der Bernische Stammtisch gibt Gas

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Am 23. September haben die Berner Stimmberechtigten eine Senkung der Motorfahrzeugsteuern um jährlich mehr als 100 Mio. beschlossen.

Landauf landab wird nun an den realen und virtuellen Stammtischen über den Kanton Bern gelästert was das Zeug hält. Konkrete Sparvorschläge sind kaum zu hören oder zu lesen, dafür wird ständig betont, dass 100 Mio. bei einem 10 Mia.-Budget doch kaum der Rede wert seien und die Regierung nun endlich ihre Hausaufgaben machen solle.

Beim Lesen der vielen scharfsinnigen Kommentare im Internet wird mir mit beängstigender Deutlichkeit bewusst, dass Sparen bei der Bildung keine gute Lösung ist.

Dumm nur, dass die Bildung fast 1/3 des Kantonsbudgets verschlingt.

Dann spart doch endlich bei der Gesundheitsdirektion!

Der Haken? Da hängen alle Spitäler am Tropf und all die Menschen, die mit den hohen KK-Prämien oder ihrer Arbeitslosigkeit nicht klar kommen.

Dann soll halt die Volkswirtschaftsdirektion sparen!

Aber halt, da wäre ja die Landwirtschaft mit dem ganzen Subventionsdschungel betroffen.

Bei der Polizei!

Geht nicht – Ruhe und Ordnung sind uns heilig und die paar jungen Polizisten die wir noch haben, sind schon jetzt überlastet mit Einsätzen.

Ok, sparen wir bei der Justizdirektion und üben in Zukunft Selbstjustiz.

Und bei der Finanzdirektion, die nerven eh mit den Steuerrechnungen.

Selbstverständlich kann auch die Baudirektion locker noch ein paar 100 Millionen sparen, Strassenbau und –unterhalt sind eh überflüssig und anstatt mit dem ÖV können wir uns schliesslich auch per Velo oder zu Fuss bewegen, das hilft dann wieder bei der GEF sparen.