EVP-Grossrat Ruedi Löffels Blog

Vier Alkoholtote pro Tag – was macht der Ständerat?

with 7 comments

Tag für Tag sterben in der Schweiz durchschnittlich vier Menschen an den Folgen des Alkoholmissbrauchs – rund 1600 Menschen pro Jahr. Dies sind die offiziellen Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit. Alkohol fordert also gut viermal mehr Opfer als der Strassenverkehr. Der Missbrauch der Volksdroge Alkohol ist mitnichten ein Problem aus früherer Zeit, sondern leider brandaktuell, in der Stadt wie auf dem Land.
Einer Mehrheit des Nationalrates ist das offenbar piepegal. Ihre Entscheide für ein regelrechtes Alkoholfördergesetz zeugen von erschreckender Faktenresistenz und unerträglicher Ignoranz gegenüber der Alkoholproblematik. Die Volksvertreterinnen und Volksvertreter haben nicht nur die sinnvollen Vorschläge des Ständerates für Mindestpreise und Verkaufseinschränkungen in Bausch und Bogen verworfen. Nein, die Nationalratsmehrheit hat gleich auch noch das geltende Verbot für Happy Hours und andere Vergünstigungsanpreisungen bei den Spirituosen gestrichen. Dies ist ein regelrechter „Aufruf zum Flatrate-Saufen“, wie Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf richtig bemerkte.
Studien zeigen: Mindestpreise sind wirksam. Genf macht gute Erfahrungen mit dem nächtlichen Verkaufsverbot. Beides sind effiziente Massnahmen, um den Alkoholmissbrauch einzudämmen und die Ziele des Gesetzes zu erreichen. Dies verlangen die Kantone, die Städte, der Polizeiverband und die Suchtfachleute.
Wie reagiert der Ständerat? Ich hoffe sehr, dass die Vertreterinnen und Vertreter der Kantone nicht einknicken und an den Differenzen zum Nationalrat festhalten.

Written by Ruedi Löffel

11. Oktober 2013 um 11:39

7 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. „Studien zeigen: Mindestpreise sind wirksam.“ Welche Studien sind das, wo kann man die einsehen? Selbst die Prohibition in den USA war nicht wirksam. Wofür sollen unbescholtene Bürger mit überhöhten Preisen bestraft werden?
    „Genf macht gute Erfahrungen mit dem nächtlichen Verkaufsverbot.“ Welche Erfahrungen sind das? Gibt es dafür Zahlen?

    Bernd Palmer

    17. Oktober 2013 at 18:40

    • Danke Herr Palmer für Ihr Interesse.
      So wie ich Sie in der Debatte um den Passivrauchschutz kennen gelernt habe, sind Sie im Umgang mit dem Internet erfahren genug, um die Antworten – sofern Sie sich tatsächlich dafür interessieren – selber zu finden…

      Ruedi Löffel

      18. Oktober 2013 at 15:40

      • Herr Löffel, Sie haben doch in Ihrer Eigenschaft als Präventionsexperte Ihre Wähler und politischen Kollegen in dieser Sache aufgeklärt. Sie fordern doch Gesetze, um den Alkoholismus zu bekämpfen. Da kann es Ihnen doch keine Mühe bereiten, Ihren Standpunkt mit Fakten zu unterlegen. Wozu Gesetze, wenn nicht nachweislich eine Wirkung zu erwarten ist; Sie wollen doch ein Ziel erreichen.

        Ich muss nicht erst im Internet suchen, ich mache mich kundig BEVOR ich eine Aussage mache.
        Mindestpreise gibt es in Canada seit etwa 10 Jahren. Trotzdem nehmen die alkoholbedingten Hospitalisierungen weiter zu.

        Bernd Palmer

        25. Oktober 2013 at 01:18

  2. Darf man fragen, aus welchen Datenquellen die 1600 Tote durch Alkoholkonsum stammen?

    KClemens

    19. Oktober 2013 at 19:57

      • „Seit 1997, dem ersten berücksichtigen Jahr in dieser Studie, ist der Pro-Kopf-Alkoholkonsum stetig
        zurückgegangen. Da es auch keine Anzeichen für eine Zunahme im Rauschtrinken gab, ist es nicht
        überraschend, dass die alkoholbedingten Todesfälle auch rückläufig sind.“

        Die Zahlen sind mit Vorsicht zu geniessen (wenn überhaupt) denn man sieht einer Krankheit oder einem Todesfall in der Regel nicht an, ob sie alkoholbedingt sind (sie könnten ja auch passivrauchbedingt sein) .Herzinfarkt ist Herzinfarkt, Krebs ist Krebs. Die Zahlen entsprechend ja auch nicht tatsächlichen, beobachteten Fällen, sondern entspringen statistischen Berechnungen aufgrund von Schätzungen.

        Bernd Palmer

        20. Oktober 2013 at 08:17

  3. Herr Löffel, Sie haben meinen Kommentar vom 19. Oktober noch nicht freigeschaltet. Absicht oder Versehen?

    Bernd Palmer

    21. Oktober 2013 at 20:54


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: